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KÖRPERORIENTIERTE TRAUMATHERAPIE

wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt



Ein Trauma ist ein Ereignis, das plötzlich auftritt und/oder so stark auf uns einwirkt, dass es uns überwältigt. Wir können es nicht verarbeiten. Das kann ein Autounfall sein, eine schwere Krankheit oder ein Verlust eines geliebten Menschen. Von Traumen sprechen wir auch bei negativen Kindheitserfahrungen wie Vernachlässigung, körperliche und seelische Gewalt, sexueller Missbrauch und vieles mehr. Es handelt sich hier um sogenannte Entwicklungs- bzw. Beziehungstraumen.

Ein Trauma greift tief in das gesamte Nervensystem bis in die Seele hinein und bringt uns aus dem Gleichgewicht. Diese sehr starke Erschütterung hat zur Folge, dass wir aus unserer Mitte herausgeworfen werden. Der Körper bleibt in einem sogenannten Schockzustand stecken verbunden mit Gefühlen von Hilflosigkeit und Ohnmacht. Dieser Einbruch führt zu Blockaden im Körper, zu verändertem Atemrhythmus, die unbehandelt im Laufe des Lebens sich unter anderem zu chronischen Schmerzen und vielen anderen Erkrankungen manifestieren können. Das alles hinterlässt tiefe Narben im Körper, die sich negativ auf unser gesamtes Wohlbefinden wie auch unser soziales Leben auswirken.

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DIE ZENTRALLE BEDEUTUNG DES KÖRPERS BEI DER HEILUNG

Somatic Experiencing® (körperorientierte Traumatherapie) ist inzwischen eine der wichtigsten und weltweit verbreiteten Methoden zur Behandlung von traumatischen Erlebnissen. Die Tragweite dessen, was im Körper, im Nervensystem eines Menschen während eines Traumas passiert, spielt in der Behandlung des Traumas eine entscheidende Rolle. Die Aufarbeitung eines Traumas geht weniger auf die Ursachen ein als auf die Reaktionen des Körpers. Dr. Peter A. Levine, Begründer der Somatic Experiencing®, schreibt in seinem Buch "Trauma-Heilung, Das Erwachen des Tigers":

"Wir müssen herausfinden, was bei der Entstehung eines Traumas in unserem Körper geschieht und wir müssen seine zentrale Bedeutung bei der Heilung der Traumafolgen erkennen." (Levine 1998, S. 13)

Unser Atem reagiert sehr sensibel auf alles, was uns bewegt. Sekundenschnell kann sich unser Atem verändern, er ist an allen physischen und seelischen Vorgängen beteiligt; ein verbindender Fluss, der zwischen den Ebenen fließt: Körper, Geist und Seele. Schon bei geringer Überforderung, aber erst recht bei Konflikten und Schockzuständen gerät der Atem aus dem Gleichgewicht. Mit dem veränderten Atemrhythmus verändert sich unsere Wahrnehmung der Welt wie auch unserer eigenen Person.

EIN IM KÖRPER NICHT GELÖSTES TRAUMA

Ein nicht gelöstes Trauma im Körper und der Seele kann verschiedene Erkrankungen zur Folge haben:
  • eine Angststörung, z. B. Panikstörung,
  • Depressionen,
  • Suchtverhalten,
  • psychosomatische Erkrankungen,
  • eine Persönlichkeitsstörung, z. B. abhängige Persönlichkeitsstörung oder Borderline-Störung
  • - und viele mehr.
Das heißt konkret z. B.:
  • die Herausforderungen im Alltag nicht bewältigen können,
  • in festgefahrenen Mustern steckenbleiben,
  • Schlafstörungen,
  • übermäßige Wachsamkeit, Übererregbarkeit,
  • Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat,
  • Ängste vor Nähe zu Personen, mit denen eine Beziehung gewünscht wird,
  • Verlust an Identität und Selbstvertrauen,
  • Schuld-, Trauer -, und Schamgefühle, die den Alltag bestimmen,
  • sich von destruktiven Beziehungen nicht lösen zu können,
  • Blockaden in der persönlichen Weiterentwicklung.

ÜBER DEN KÖRPER DIE SEELE HEILEN

Die körperorientierte Traumatherapie geschieht behutsam, ohne dass die schmerzvollen Ereignisse aktiviert werden müssen. Im Vordergrund der Aufarbeitung steht die Aktivierung der Selbstheilungskräfte und die achtsame Wahrnehmung des Körpers mit seinem Atem. Die für die Heilung wichtige Funktion der Selbstregulation von Stress wird positiv und nachhaltig beeinflusst, so dass wir uns und unseren Mitmenschen wieder in ausgeglichener Ganzheit begegnen können. Ein Körper, der frei von Blockaden und Stress ist, reagiert intuitiv richtig, ist präsent, neugierig auf das Leben und lässt die Freude an der Bewegung sichtbar werden.

Bei der Körperarbeit werden über den direkten Kontakt zum Körper und zum Atem der Zustand der gesamten Muskulatur, Haut, Knochen oder Bindegewebe behutsam aufgespürt und somit bewusst gemacht. Die gestaute Energie, die an der Entstehung von posttraumatischen Symptomen verantwortlich ist, wird zum Fließen angeregt.

In Verbindung mit unserem Körper und unserem Atem zu sein heißt: die Möglichkeit zu haben, die festgefahrenen, tief eingravierten Muster in uns, Denk-, Glaubens-, Verhaltens-, Beziehungs- und Bewegungsmuster zu entbinden und sich aufs Neue verbinden zu lassen. So kann das feine Nervensystem wieder zu seiner ursprünglichen Flexibilität zurückfinden, und unser körperliches und psychisches Gleichgewicht kann wiederhergestellt werden.

In der Körpertherapie wird das psychotherapeutische Wissen buchstäblich liebevoll in die Hände genommen, und wir erfahren, wie über den Körper die Seele heilen kann.

Folgender Text meiner Kollegin Luisa Duvenbeck aus Darmstadt (www.koerperwege-duvenbeck.de) erläutert meine Arbeit mit Traumata sehr prägnant - und ich bin froh, dass ich Ihnen diesen Text über die Traumatherapie S.E.I. auf meiner Website zugänglich machen darf. (ein herzlicher Dank an Luisa Duvenbeck!) PDF

Malgorzata Pastian

Wenn Sie Fragen zu meiner Arbeit haben oder einen Kennenlern-Termin wünschen, freue ich mich über Ihre Nachricht. EMAIL